Wir leben in einer Stadt voller Energie, Ideen und Vielfalt. Leider hört man immer öfter, dass Feste abgesagt werden müssen und Ehrenämter unbesetzt bleiben. Das bereitet mir große Sorge, denn das Ehrenamt ist das Rückgrat unserer Stadtgesellschaft und Grundlage für das, was Hanau lebenswert und stark macht. Ohne das Engagement all der Freiwilligen und Vereine wären die großen Feste wie das Lamboy- oder Bürgerfest, die Stadtteilfeste oder auch viele alltägliche Angebote gar nicht möglich.
Stark wird, wer zusammensteht
Mit Blick zurück auf unsere Geschichte wird schnell klar: Der Wohlstand und die Lebensqualität, die wir heute genießen, basieren auf dem Willen unserer Großeltern und Eltern, gemeinsam etwas zu schaffen. Sie haben aufgebaut, angepackt und sich für ihre Stadt stark gemacht – oft ohne zu zögern und weil sie wussten, dass Erfolg nur gemeinsam möglich ist. In den vergangenen Jahrzehnten haben wir in Frieden und Wohlstand gelebt. Nach den Entbehrungen der Pandemie fällt aber auf: Viele Menschen ziehen sich zurück, gesellschaftlicher Egoismus nimmt spürbar zu. Veranstaltungen müssen abgesagt werden, weil Helfende fehlen. Diese Entwicklung dürfen wir nicht akzeptieren.
Wir dürfen nicht nur nehmen
Gemeinschaft lebt davon, dass jede und jeder gibt, nicht nur nimmt. Wir müssen uns alle an die eigene Nase packen, ob jung oder alt, ob im Verein oder bei der Nachbarschaftshilfe. Unser Hanau braucht den Mut und den Willen zum Mitmachen. Denn ohne Ehrenamt, ohne Menschen, die ihre Zeit und Kraft investieren, bliebe vieles auf der Strecke, von Kultur bis Sport. Gerade in unruhigen Zeiten ist es wichtig, dass wir enger zusammenrücken und uns bewusst machen: Gemeinschaft entsteht durch Geben und Mitmachen, nicht durch Konsum und Forderung.
Danke sagen, Kraft schenken
Es sind oft die kleinen Dinge, die große Wirkung entfalten, zum Beispiel ein anerkennendes „Danke“ an die Nachbarin, die beim Sommerfest hilft, an den Trainer im Sportverein oder an die Stadtteilmütter, die sich um andere kümmern. Auch soziale Einrichtungen, Vereine und viele unsichtbare Helfende leisten täglich Außergewöhnliches für Hanau. Wir sollten öfter innehalten und unseren Mitmenschen Wertschätzung schenken. Das gibt enorme Kraft für ihr Engagement.
Mein Appell: Mehr „Wir“, weniger „Ich“
Hanau wäre ohne das Ehrenamt, die Vereine und die vielen Freiwilligen nicht das, was wir an ihm schätzen: offen, lebendig, solidarisch. Die Stadt kann viel für die Rahmenbedingungen tun, aber der eigentliche Zusammenhalt erwächst aus dem Miteinander. Lassen Sie uns weniger auf den Staat schielen und mehr den Blick auf unser eigenes Handeln richten. Was kann ich geben? Wo kann ich mich einbringen? Nur so funktioniert Gemeinschaft und nur so sichern wir unsere Zukunft in einem starken, lebendigen Hanau.
Mein Wunsch ist, dass wir alle uns wieder öfter daran erinnern, was unsere Eltern und Großeltern gemeinsam möglich gemacht haben. Dass wir mutig sind, uns engagieren und in schwierigen Zeiten zusammenhalten – für unsere Stadt und unsere Gesellschaft. Danke an alle, die sich tagtäglich einsetzen. Ohne Sie wäre Hanau nicht Hanau. Und das muss auch in Zukunft so bleiben.
